Das Wichtigste gleich zu Beginn: Ja, wir leben noch!
Rock im Park hatte es dieses Jahr so richtig in sich gehabt. Zum nunmehr vierten Mal waren wir nun bereits zu Gast auf dem Nürnberger Zeppelinfeld. Außerdem gab es noch ein kleines Jubiläum zu feiern, denn der Soundbox-Blog wurde stattliche zwei Jahre alt.
Journalistisch haben wir wohl dieses Jahr eher keine Glanzleistung abgegeben. Deshalb versuche ich nun meine eigenen Eindrücke etwas für euch zusammen zu fassen. Aber immerhin sind dieses Jahr die Videos so gut wie noch nie. Ich glaube, die Stimmung wird dort ganz gut vermittelt. Bilder sagen ja bekanntlich mehr als tausend Worte…
Los ging es auf jeden Fall bereits am Donnerstag. Wir reisten an und fanden uns auf dem gleichen Campingplatz wie bereits letztes Jahr zusammen, nämlich auf C6 direkt am Kolosseum. Wir, das waren die Jungs und Mädels vom Parkrocker Forum. Kaum hatten wir unser Zelt aufgebaut, rief auch schon der erste Punkt auf dem jährlichen Pflichtprogramm. Das Parkrocker Treffen samt Flunkyball Turnier stand auf dem Plan. Die Meute setzte sich in Bewegung und marschierte Richtung Haupteingang. Gelbe T-Shirts wohin man auch schaute, natürlich jeweils mit den altbekannten Gesichtern samt Nicknames am Kragen. Das versprach ein riesen Spaß zu werden. Weitere Ausführungen spare ich mir an dieser Stelle einfach. Denn jeder, der gerne Bier trinkt weiß, wie schön das Gefühl ist, wenn dieses engelsgleiche Getränk bei strahlendem Sonnenschein die Kehle hinab rinnt
Mit dem guten Vorsatz unsere Kräfte noch etwas zu sparen, sind Alex und ich dann recht bald wieder zum Camp zurück und wenig später auch Richtung Nürnberger Innenstadt aufgebrochen. Spontan haben wir dann noch das kleine Indiefest Go!Gitarre Go! im Stereo besucht und noch ein Getränk in der Mitte Soundbar zu uns genommen. So viel also zum Thema “Kräfte sparen”…
Der Freitag startete dann jedoch recht fresh. Frisch geduscht und mit solidem Frühstück gestärkt, machten wir uns wieder auf den Weg in den Park. Mit dem obligatorische Dosenbier zum Mut antrinken natürlich längst wieder im Anschlag, brachen wir zum ersten Konzert auf. Wobei, eigentlich waren wir ja nur auf der Durchreise als wir bei Caliban die Alternastage enterten. Diese spielten gerade ein Rammstein Cover. Das freute uns natürlich sehr, haben wir doch letztes Jahr Rammstein einfach ausfallen lassen.
Einige Minuten später ging es dann auch schon wieder weiter Richtung Mainstage. Es war noch ziemlich wenig los. Wir bekamen also einen spitzen Platz direkt vor der Bühne. Von dieser aus heizten gerade Morning Parade dem Publikum ein. Wobei einheizen bei diesen Temperaturen gar nicht mehr nötig gewesen wären. Auf alle Fälle war ich sehr positiv überrascht von dieser Band. Locker luftige Indie Klänge flatterten durch die sommerliche Luft. Die Vorfreude auf mein persönliches erstes Highlight wuchs von Minute zu Minute.
Und dann war der Augenblick gekommen. The Naked and Famous betraten die Bühne. Ein laues Lüftchen strich über die Crowd und wehte uns die Coolness der Band direkt in die Gesichter. Super Performance und jede Menge Songs mit Ohrwurm Garantie. Hier hat das Gesamtpaket schlicht und einfach gepasst. Das RiP Publikum konnte wohl leider noch zu wenig mit den Newcomern anfangen. Also war unsere Truppe so ziemlich die einzige, die mit lautstarkem Gesang und überschwänglichem Freudentaumel Stimmung verbreitete. Aber seht selbst:
Nach diesem überaus gelungenen Auftakt gönnten wir uns bei Ash ersteinmal einen gemütlichen Sitzplatz im Gras und lauschten der Musik. Die konnte uns aber nicht so richtig überzeugen. Also verlagerten wir unsere Pause wieder zurück ins Camp. Dementsprechend haben wir auch die Hurts verpasst. Aber halb so wild, denn die hab ich bereits letztes Jahr auf dem Melt! sehen dürfen. Um 18 Uhr standen die Kooks auf dem Programm. Noch immer war vor der Stage kaum etwas los. Und wieder ergatterten wir einen der vorderen Plätze. Die Sonnenscheine von der Insel kamen mit der vollen Ladung Indie Attitüde um die Ecke und brachten alle ihre großen Hits. Schon wieder ein überaus gelungenes Konzert. Der Freitag versprach ein sehr guter zu werden…
Und überaus gut wurde er dann auch. Wie sich den ganzen Tag bereits abzeichnete, war dieses Jahr wohl nicht mehr so viel los wie in den Vorjahren. Man bekam also immer gute Plätze vor den Bühnen.
Kurz nach Sonnenuntergang betrat dann der erste Headliner die Mainstage. Coldplay gaben dem Park die Ehre. Chris Martin ist einfach nur eine verdammt geile Sau. Selten hab ich einen so charismatischen Sänger gesehen. Auch musikalisch brauchen sich Coldplay natürlich nicht zu verstecken. Jede Menge große Hits hatten sie im Gepäck und das Publikum gab sich ihnen voll hin. Textsicher Sangen die Menschen chorartig mit. An vielen Ecken flossen sogar Tränen vor Verzückung. Die Bühnenshow tat ihr übriges. Bunte Papierschmetterlinge, riesige Gummibälle und Lasereffekte wurden auf das Publikum losgelassen. Wenn ich daran denke, bekomme ich immernoch Gänsehaut!
Nachdem wir dann komplett im Gefühlsrausch waren, gaben wir uns das absolute Kontrastprogramm. Korn besuchten wir nun schon das dritte Jahr in Folge. Jedes Mal einen Abstecher wert, besonders dieses Jahr. Denn die Band gab ein Medley all ihrer großen Hits zum Besten.
Und da wir immernoch nicht genug hatten, blieben wir noch ein Stückchen auf der Alternastage um Rob Zombie zu sehen. Leider konnte ich mit dieser Band so rein gar nichts anfangen und fand sie, abgesehen von den Kostümen, total bescheiden. Somit endete an dieser Stelle der Konzertabend für mich. Natürlich gab es noch das ein oder andere Getränk im Camp. Aber ein leichter Sonnenbrand und das Bedürfnis nach Schlaf zogen uns dann doch nach Haus.
Samstag war dann etwas dünner besäht. Den gesamten Nachmittag über konnte ich mich für keine einzige Band begeistern. Dafür war die Begeisterung für Dosenbier umso größer. Außerdem fieberten alle schon den Auftritten der Beatsteaks und System of a Down entgegen.
Bei niedrig stehender Sonne gaben die Beatsteaks ein bombastisches Konzert zum Besten. Das Publikum war völlig von der Rolle. Überall gab es Gepoge, Gegröle und einen riesen Haufen Spaß. Das lange Rasten hatte sich also wirklich gelohnt!
Und als ob diese Eskalation nicht schon genug gewesen wäre, stand auch schon Headliner Nummer zwei in den Startlöchern. System of a Down waren immer schon eine Band, die ich unbedingt vor meinem Ableben mal gesehen haben wollte. So ging es wohl vielen der Besucher. Die Stage war schon merklich voller als am Vorabend. Textsicher wie bei kaum einem anderen Konzert konnte jeder aus dem Vollen schöpfen und gab bei den System Klassikern Alles. Da blieb kein Auge trocken.
Nach nur knapp drei Stunden war das dann auch schon alles vom Samstag bei Rock im Park. So sah es zumindest anfangs aus…
Wir machten es uns im Camp gemütlich, Sangen die großen Hits der Vengaboys und Wolfang Petry. Wie aus dem Nichts brachten uns dann unsere Nachbarn ihre große Musikanlage samt dreier Autobatterien und einem 20l Fass Bier vorbei und was dann geschah ist einfach nur legendär. Der Pavillon platzte vor lauter Menschen und die Stimmung war äußerst ausgelassen. Als dann schon längst die Sonne wieder am Himmel stand, viel ich schließlich in einen tiefen Schlaf.
Der Sonntag begann dann eher weniger lustig. Die Auswirkungen der letzten Nacht saßen recht tief in den Knochen. Nicht einmal das Bier wollte schmecken. Aber ein ausgiebiger Brunch in der Nürnberger Innenstadt brachte uns wieder auf den rechten Weg.
Der letzte Konzertnachmittag wurde schließlich mit The Gaslight Anthem eröffnet. Eine Band, die mich bisher immer kalt gelassen hat. Aber ich wurde eines Besseren belehrt. Es war wirklich ein klasse Konzert!
Wenig später besuchten wir ein paar alte Bekannte, die “Beste Band der 90er”. So zumindest kündigte der Moderator 2009 Selig an. Damals waren wir recht enttäuscht. Also hatten wir auch dieses Jahr wenige Erwartungen an die Band. Und es kam wie es kommen musste… Selig sind einfach nicht unser Ding ^^
Es gibt das ein oder andere Lied, welches zu überzeugen weiß. Aber alles in allem wirklich nicht soooo prall.
Aber wir waren ja sowieso aus einem ganz anderen Grund zur Alternastage gepilgert. Die White Lies versprachen ein Erlebnis ohnegleichen zu werden. Wieder ergatterten wir einen Platz direkt vor der Stage. Ob das im Nachhinein gut für unser Trommelfell war, sei einmal dahin gestellt. Selten habe ich bei einer Band einen solchen Bass gehört. Wo wir doch gerade beim Sound sind: An dieser Stelle ein dickes Lob an den Veranstalter. Dieses Jahr war es wirklich akustisch auf ganz hohem Niveau.
Und dann wars das auch schon fast gewesen. Wir haben es ruhig angehen lassen und haben uns bei den Kings of Leon eher bedeckt gehalten. Ich habe wohl bisher kein anderes Konzert gehört, dass so gut abgemischt war. Die wichtigen Songs haben wir auch alle gehört. Irgendwie gilt bei den KoL das Motto “kennste einen Song, kennste alle”. Es war also nicht so schlimm, als hinter uns ein Gewitter aufzog und Blitze unheilvoll durch den Himmel zuckten. Wir verabschiedeten uns rasant von den letzten verbliebenen Mitstreitern und dem Zeppelinfeld und suchten das Weite. Kaum saßen wir in der Straßenbahn, kam auch schon vom Himmel runter was wollte! Der arme Deadmau5 musste sogar seinen Auftritt abbrechen, weil Blitze in die Stage einschlugen. War uns aber egal, wir saßen im Trockenen
Letztendlich ist zu sagen, dass Rock im Park dieses Jahr wieder unvergesslich war. Nachdem 2009 wirklich schlecht war und 2010 wieder zu alter Tugend zurück geführt hatte, war dieses Jahr wohl mein persönlich bestes. Das lag weniger am Lineup, sondern eher am Gesamtpaket. Weniger Leute, aber dafür die richtigen haben dem Festival gut getan. Auch zu loben sind die fairen Preise am Festival Supermarkt. Es gibt aber auch den ein oder anderen Kritikpunkt. Allem voran die schleierhafte Frage, wie man bei 30° vor der Stage ein 0,4l Wasserbecher für knapp 5€ verkaufen kann?! Das ist doch total krank! Außerdem war auf dem Zeltplatz zu wenig Security unterwegs. Was da teilweise passiert ist, war nicht mehr feierlich. Und da kommen wir auch schon zum nächsten Punkt: Lasst die Pfandassis draußen! Meinetwegen können die gerne Montagvormittag holen was nicht niet- und nagelfest ist. Aber so penetrant, dass einem die Dose noch im vollen Zustand aus der Hand geklaut wird, geht echt zu weit!
Das soll’s dann auch schon gewesen sein mit dem kurzen Rock im Park Review. Danke nochmal an alle Freunde vom Parkrocker Forum für dieses unglaubliche Wochenende. Bis zum nächsten Mal!
Übrigens sei euch noch der Youtube Chanel ans Herz gelegt. Da gbits noch das ein oder adnere weitere Video.
Das war doch mal eine Super Leistung! Legendärer Festival Tag für uns. Bandmässig haben die Beatsteaks und System Of A Down geglänzt. Trail of dead haben dann zum Schluss nochmal die Clubstage zum brodeln gebracht. Auf dem Campingplatz wurde dann noch bis 7 Uhr eskaliert! Legendär!
Der erste heiße Tag bei Rock im Park ist vorüber und es war bereits prächtig. Gestartet haben wir mit Caliban um uns im Anschluss mit feinsten Indie Klängen in Ekstase zu dancen. The Naked and Famous haben mit einer tollen perfomance geglänzt. Ganz besonders positiv ist uns die Sängerin Alisa Xayalith in Erinnerung geblieben. Auch die Kooks haben uns voll überzeugt mit ihren Britpop Hymnen. Stimmungstechnisch könnte allerdigs noch einiges mehr gehen auf der Centerstage. Highlight des gestrigen Tages war eindeutig Coldplay. Die Jungs haben viele neue Songs gespielt die sich angenehm zwischen die Klassiker eingefügt haben. Da ist auch schonmal die ein oder andere Träne geflossen. Korn haben wir dann leider nur noch die letzte halbe Stunde gesehen. Die hatte es aber in sich. Es wurde ein feines Medley aus allen Klassikern aufgetischt. Die Show von Rob Zombie war dann leider etwas enttäuschend. Allerdings ist John5 einfach eine coole Sau.